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02.02.2026
08:32 Uhr
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Pendler müssen sich heute auf schwierige Bedingungen einstellen. Ein Arbeitskampf im ÖPNV legt viele Strecken lahm. Wo Busse und Bahnen doch noch fahren – und was die Beschäftigten fordern.

Viele Trambahnen bleiben heute im Depot. (Foto: Sebastian Kahnert/dpa)
Nach dem ersten Warnstreik am Montag müssen Fahrgäste in Bayern mit weiterem Stillstand bei Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen rechnen. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde im Tarifstreit mit den Verkehrsunternehmen am 13. Februar sei „mit weiteren Warnstreiks zu rechnen“, sagte der stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiter, Sinan Öztürk. „Wann und wie lange geben wir mit angemessener Vorlaufzeit bekannt.“
Damit verfolgt die Gewerkschaft in verschiedenen Bundesländern nach dem gemeinsamen Streiktag offenbar unterschiedliche Linien. In Baden-Württemberg sagte Verdi-Verhandlungsführer Jan Bleckert: „Wir sind aktuell nicht in der Planung, dass wir weitere Streiktage durchführen werden.“ Die Option weiterer Warnstreiks stehe und falle mit den Verhandlungen.
Wegen des Warnstreiks fuhren am Montag in München und Nürnberg zunächst keine U-Bahnen, bei den Straßenbahnen in beiden Metropolen fuhr zunächst nur eine Linie in der Landeshauptstadt. Auch in Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt mussten Fahrgäste von Bussen und Straßenbahnen mit vielen Ausfällen rechnen, ebenso in Bayreuth, Schwabach und Ingolstadt. Die S-Bahnen in München und Nürnberg waren nicht betroffen, da sie von der Deutschen Bahn betrieben werden.
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„Seit 3.30 Uhr sind die Kollegen im Warnstreik“, sagte ein Verdi-Sprecher in München am Morgen. „Die Stimmung ist sehr gut, Aufbruchstimmung.“
In Augsburg waren von den rund 140 Bussen und Straßenbahnen, die morgens normalerweise ausrücken, nur acht Straßenbahnen und sieben Busse unterwegs, wie die Stadtwerke mitteilten.
Bundesweit blieben Busse, Straßen- und U-Bahnen bei vielen kommunalen Verkehrsunternehmen in den Depots. Betroffen sind nahezu alle 16 Bundesländer, wie Verdi mitteilte. Wer dennoch einen Bus oder eine Tram erwischte, saß womöglich in einem Fahrzeug eines Unternehmens, das nicht unter den Tarifvertrag fällt.
In den Tarifverhandlungen, die in allen Bundesländern meist mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen – etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.
In Bayern findet der Tarifvertrag Nahverkehr laut Verdi in mehr als 20 Unternehmen Anwendung und regelt damit die Entgelte und Arbeitsbedingungen von rund 9000 Beschäftigten.
Wie soll man Unterricht machen, wenn man fast nur belastete Lehrer hat? Dieser Frage ist das Institut für Zeitgeschichte nachgegangen. Das Ergebnis: Der Bildungsneustart nach der NS-Zeit lief in Bayern nach sehr speziellen Maßstäben.
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